Eine Zeitreise zurück in die Jahre um 1600 unternahm jetzt der Vizevorsitzende des Garmisch-PartenkirchnerVereins für Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte,. Prof. Dr. Heinz Schelle, bei einem heimatkundlichen Abend des Historischen Vereins Oberammergau im Gasthof „Zum Stern“. Am Beispiel des Oberauer Bauern Gregory Mayr ließ er in einem lebhaften Vortrag und mit Bildern, Tabellen und Texten - per Beamer an die Wand geworfen -. die 20 Besucher nacherleben, wie es den Menschen in unserer Gegend vor mehr als 400 Jahren erging. Es war eine ganz düstere Zeit“, in die Mayr 1590 hineingeboren wurde, schilderte der emeritierte Professor für Betriebswirtschaftslehre und Projektmanagement die Situation jener Jahre, die durch Missernten und Hungersnöte, Hyperinflation, Hexenverbrennungen, Pest und Dreißigjährigen Krieg gekennzeichnet war. „Die Stimmungslage war alles andere als fröhlich“, so der Oberauer Heimatforscher. „Die Menschen sind weniger aus Krankheiten als aus Hunger gestorben.“ Allerdings seien die damals dem Kloster Ettal gehörenden und verpachteten 13 Höfe in Oberau, das ursprünglich nur „Au“ hieß, von der Pest verschont geblieben. Auch habe es im Klostergericht Ettal keine Hexenverfolgung gegeben. In Werdenfels seien jedoch 50 Frauen und ein Mann verbrannt worden. Nicht verschont blieb Mayrs Moarhof im Dreißigjährigen Krieg. 1632 wurde er von den Schweden geplündert. Unter dem Titel „Auf den Spuren eines Vergessenen. Ein Dasein in leidvoller Zeit“ hat Heinz Schelle das Ergebnis seiner Forschungen über Gregory Mayr (1590-1656) und seine Zeit im Oberland im 13. Band der Reihe „Mohr – Löwe – Raute“ auf 152 Seiten dargestellt. Es ist im Buchhandel für 12,95 Euro erhältlich.